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»Die Vergangenheit ist nicht vergangen. Sie ist noch nicht einmal tot.«
WILLIAM FAULKNER
»Wer etwas über die Geschichte der Welt erzählen möchte, der soll die Geschichte eines Hauses erzählen.«
HONORÉ DE BALZAC«
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»Rebecca oder Ein Haus für Jungfrauen jüdischen Glaubens besserer Stände in Frankfurt am Main«.
Dieser Roman erschien 1987 in dem hervorragenden Athenäum Verlag, ein Jahr bevor dieser in Konkurs ging. So sind noch einige Exemplare der 1. Auflage vorhanden.
Wie weit reicht unser Gedächtnis eigentlich, scheint Adam Seide immer wieder in seinen Romanen und Erzähltexten zu fragen, um einerseits zu dem Schluß zu kommen, daß es nicht sehr weit reiche, die Verdrängung groß sei, wohl auch notwendig, um überleben zu können. Aber beharrlich erinnert er immer wieder an das, was uns mit ausmacht: unsere Geschichte, die unserer Eltern und Großeltern.
Hier erzählt er die Geschichte eines Hauses in Frankfurt, welches 1880 als Altersheim für Jungfrauen jüdischen Glaubens gebaut worden war, 1930 ein städtisches Krankenhaus wurde, dann von einer Reiterstaffel der SS in Beschlag genommen wurde und nach 1945, ganz herabgekommen, Künstler beherbergte.
Es geht nicht nur um die Geschichte der Stadt Frankfurt, es geht am Beispiel dieses Hauses um uns, um unsere Geschichte, um die Geschichte unseres Landes der letzten hundert Jahre.
Seide läßt eine Bewohnerin in Briefen erzählen, einen Maler in Aufzeichnungen, einen SS Mann im Tagebuch ... Der Erzähler mischt sich ein, erinnert, korrigiert, dokumentiert so, daß das Ganze wie ein breiter epischer Film vor uns abläuft und uns an uns selbst erinnert.
Im Kleinen zeigt er die großen Zusammenhänge. Kein Abbild, »vielmehr, wie es hätte gewesen sein müssen, damit es nicht anders geworden wäre, als es tatsächlich gekommen ist«.
E. SCHÜTZ. FRANKFURTER RUNDSCHAU
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