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Verlag für die Kleine Kunst, Literatur, Essay und Literaturwissenschaft

REVONNAH VERLAG HANNOVER

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Druckhinweise

Literatur- und Sprachwissenschaft. Autoren alphabetisch

Andere Blicke. Habilitationsvorträge afrikanischer Germanisten an der Universität Hannover über Schiller, Herder, Heine, Chamisso, Keller, Traven, Kafka, Rezzori und Hesse. Geleitwort v. Eberhard Lämmert. Nachwort v. Leo Kreutzer. 208 Seiten. Broschur. 22,— EURO [D]. ISBN 3.927715.51.4. (1996; = Schriftstücke 1)
»Die Untersuchungen an deutschsprachigen Texten des 18. bis 20. Jahrhunderts, die westafrikanische Germanisten in diesem Bande vorlegen, geben in klassische und in moderne Texte der deutschen Literatur Einblicke, die bei aller Umsicht ihrer philologischen Absicherung gegenüber den in Deutschland vorherrschenden Auslegungen bemerkenswert neue Akzente setzen. Dabei läßt die wechselnde Aufmerksamkeit auf ästhetische Reize und auf thematische Besonderheiten der behandelten Texte neben dem je eigenen Blick aber auch Gemeinsamkeiten erkennen, die eine vergleichende Übereinsicht dieser Interpretationen reizvoll machen.
Es gibt unter den hier vorgelegten Studien nicht eine einzige, in der die Lebensbedingungen ihres Herkunftslandes und deren Geschichte nicht den Anstoß zu neuen Entdeckungen auch in der deutschen Literatur geben. Herders Interesse für unterdrückte Völker, Macpherson’s Mimikry als schottischer Barde im Zuge der englischen Besetzung seiner Heimat, Geßlers »Kolonialprojekt« in Schillers »Tell« und Chamissos Verhältnis zu den »Wilden« geraten unter neue Beleuchtung. Aus Heines Anstoß zur Wiederbelebung eines verschütteten Volksglaubens wird seine Anteilnahme am Geschick der Unterschichten ablesbar, und an Kellers Novelle vom »Verlornen Lachen« legt eine sensible Lektüre den literarischen Reflex von Modernisierungsschäden frei. Wir begegnen Kafkas Schwanken zwischen den Kulturen und werden bei Traven Zeugen der empfindlichen Zeitversetzungen zwischen Land- und Stadtkultur in Mexico. Hermann Hesse finden wir unter westafrikanischem Blick mit der meditativ-sehnsüchtigen Rückführung der Moderne zu einem ganzheitlichen Denken beschäftigt und Gregor von Rezzori mit den Erinnerungsbildern vom Völker- und Kulturengemisch im Czernowitz seiner Kindheit.«
(Eberhard Lämmert, Berlin)
Die zehn Vorträge ergeben ein gleichermaßen in sich vielfältiges und konsistentes Gesamtbild: Zwischen Herders Gedanken über die »Lieder alter Völker« und Gregor von Rezzoris Roman über ein multikulturelles »Tschernopol« reihen sich die Themen und Gegenstände wie an einem Faden auf.
Der Titel »Andere Blicke« gibt zu verstehen, daß wir es bei der kulturell scheinbar homogenen Gruppe, die sich hier zu Wort meldet, nicht mit so etwas wie einem »afrikanischen Blick« zu tun haben, sondern mit Individuen und ihren persönlichen Interessen und Arbeitsweisen. Soweit die Blicke, welche diese Individuen auf deutschsprachige Literatur werfen, gleichwohl ›auf eine gemeinsame Weise‹ anders sind, sind sie das deshalb, weil ähnliche historisch-gesellschaftliche Erfahrungen sie verbinden.
Die Senegalesin Khadi Fall, der Ivorer Kokora Michel Gneba und die Kameruner Joseph Gomsu, Norbert Ndong und Simo, deren Hannoversche Habilitationsvorträge mit diesem Buch gesammelt vorgelegt werden, gehören zur ersten Generation schwarzafrikanischer Germanisten.
 

 

Walter Beller. Goethes Wilhelm Meister Romane. Bildung für eine Moderne. 288 Seiten. Broschur. 35,50 EURO. ISBN 3.927715.52.2. (1995; Diss.; = Schriftstücke 2)
Goethe und kein Ende? So wird, so soll es sein!
Aber nicht, einer herkömmlichen Logik der Forschungslücke und des Spezialistentums folgend, die 999. Arbeit über irgendeine noch nicht hinreichend gewürdigte Nebenfigur oder die fixe Anwendung der allerneuesten Theorie und Methode, sondern der Versuch, zwei wichtige Romane Goethes neu zu lesen.
Im Vordergrund dieser Untersuchung steht eine sorgfältige Textinterpretation, die weniger über den literarischen Text verfügt als mit ihm kommuniziert
und mitteilt, warum er ihr wichtig ist.
Die in den »Wilhelm Meister« Romanen geführte literarische Diskussion über Bildung und Erziehung in einer Gesellschaft im Aufbruch ist Teil einer umfassenden literarischen Reflexion über deren Zustand und
Entwicklungsmöglichkeiten. Die Untersuchung legt dar, wie die Romane Traditionalität und Modernität nicht gegeneinanderstellen, sondern ästhetisch und gesellschaftlich widerspruchsvoll vermitteln, und sie zeigt, daß die auf einem Zusammenhang von Kultur und Entwicklung bestehenden und gegen Reduktionen argumentierenden Romane Goethes im Lichte heutiger Erfahrungen als Vorschläge für eine andere Moderne höchst aktuell und bedenkenswert geblieben sind.

 

 

Arne Born. Wie Uwe Johnson erzählt. Artistik und Realismus des Frühwerks. 208 Seiten. Broschur. 30,50 EURO [D]. ISBN 3.927715.94.8. (1997)
»Wie Uwe Johnson erzählt, bekommen seine Leserinnen und Leser zu spüren. Doch wenn sie genauer wissen wollen, was der Autor leistet und ihnen bietet, dann empfiehlt sich die ergänzende Lektüre von Arne Borns Untersuchung. Ihr ist nämlich zu entnehmen, daß Johnsons Erzählweise an Traditionen anknüpft und Perspektiven öffnet, die auf einen Realismus abzielen, wie ihn die jüngste Vergangenheit gebraucht hat und die Gegenwart noch immer vertragen kann. Wer Johnson liest, befindet sich also auf der Höhe der Zeit, auch wenn 13 Jahre seit seinem Tod und 38 Jahre seit dem Erscheinen seines Debütromans vergangen sind.« (Horst Denkler, Berlin)
»die erste systematische Gesamtdarstellung der Erzähltechnik in Johnsons Frühwerk« (Zeitschrift für Germanistik)
»Sehr lesenswert und in dieser Genauigkeit neu ist Borns Widerlegung der von Bernd Neumann aufgestellten Behauptung eines ›eudämonistischen Arbeitslebens‹ des Jakob Abs.« (Johnson Jahrbuch)
 

 

Elias Onwuatudo Dunu. Modernisierungsprozesse und
Literatur. Bedrohte Lebensräume in deutschsprachigen und subsaharischen Erzähltexten des 19. und 20. Jahrhunderts. Über Okot p’Bitek, Karl Immermann, Gottfried Keller, Wilhelm Raabe, Wole Soyinka, Adalbert Stifter, Ngugi wa Thiong’o und Amos Tutuola. 348 Seiten. Broschur. 45,50 EURO. ISBN 3.927715.58.1 (2000; Diss.; = Schriftstücke 8)
Die Frage ist, an welchem Phänomen manifestiert sich Globalisierung, was ist der Kristallisationspunkt dieser vermeintlichen Bewegung zu einer einzigen Welt? Am Phänomen Modernisierung läßt sich diese Bewegung in all ihren Implikationen – Gewinne und Kosten – ausmachen.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen literarische Entwürfe von Tradition und einer auf sie Druck ausübenden Moderne, insbesondere die Darstellung gesellschaftlichen Modernisierung aus der Perspektive der »Opfer« sowie derjenigen, die die Kosten des »Fortschritts« wahrzunehmen vermögen.
Anhand von vier Texten deutschsprachiger Autoren des 19. Jahrhunderts und vier englischsprachiger afrikanischer Autoren des 20. Jahrhunderts wird hier der Frage nachgegangen: Ist die Haltung der Menschen sozialen Innovationen und gesellschaftlicher Modernisierung gegenüber zu jeder Zeit und überall gleich? Oder führen historische Begebenheiten, regionale und kulturspezifische Verhältnisse zu einer unterschiedlichen literarischen Gestaltung?
Die Analyse literarischer Zeugnisse aus unterschiedlichen Kulturen und Zeiten konkretisiert die Idee der Globalität, denn dadurch werden die »anderen« Kulturen in Szene gesetzt und die Prämissen erst geschaffen, unter denen Wechselwirkungen von Universellem und Partikularem im Zeichen von Globalisierung erörtert werden können.

 

 

Jochen Hengst / Heinrich Lewinski. Hans Henny Jahnn / Ugrino. Die Geschichte einer Künstler- und Glaubensgemeinschaft. Mit einer Bibliografie v. Arne Drews. 288 Seiten. 139 Abb. Broschur. 26,50 EURO [D]. ISBN 3.927715.08.5. (1991)
»ebenso materialreich wie exzellent« (Ulrich Bitz, Konkret)
»ein innovativer Anstoß für die Jahnn Forschung« (Wolfgang Popp, Forum Homosexualität und Literatur)
 

 

Thomas A. Keck. Molière auf Deutsch. Eine Bibliographie deutscher Übersetzungen und Bearbeitungen der Komödien Molières, mit Kurzbeschreibungen. 192 Seiten. Broschur. 40,50 EURO [D]. ISBN 3.927715.63.8. (1996; = Bibliographische Bibliothek 3)
Die Bibliographie verzeichnet 34 Komödien Molières, von denen 650 deutsche Übersetzungen und Bearbeitungen nachweisbar sind. Sofern Autopsie möglich war, ist die Titelaufnahme mit einer Kurzbeschreibung verbunden (inhaltlich relevante Rahmentexte wie Vor- oder Nachworte, Veränderungen im Personenbestand, in Akt- und Szenenaufbau, Raffungen, Streichungen, Hinzufügungen usw., Beibehaltung des Verscharakters (metrische Struktur) oder Transponierung in Prosa etc.).
 

 

Hans-Peter Klemme. Nach dem Vorhang. »Emilia Galotti« und Lessings Dramaturgie der kritischen Reflexion. 320 Seiten. Gebunden. 25,— EURO [D]. ISBN 3.927715.84.0. (2000; Diss.)
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die vermeintlich rätselhafte Wendung, die Lessing »Emilia Galotti« in den Schlußszenen nehmen läßt. Dramaturgisch sowohl wie psychologisch besonders unbefriedigend wirkt Emilias Verführbarkeitsbehauptung, die vom Handlungsverlauf bis dahin nicht im geringsten vorbereitet ist und so den Vorwurf eines Deus ex machina provoziert.
Die Forschungsliteratur half das Problem nicht lösen, da ihre Versuche, die Kluft aufzuheben, in der Regel darin bestanden, die Verführbarkeitsbehauptung durch einzelne Aussagen des Stückes als vorbereitet anzusehen, diese Belege aber einer näheren Untersuchung nicht standhielten.
Mittels einer wertneutralen und auf die textuale Dynamik ausgerichteten Lektüre und Analyse des Trauerspiels gelingt hier die Einbettung des Stückschlusses und so auch der Nachweis formaler wie inhaltlicher Stringenz in Lessings »Emilia Galotti«. Lessings Tragödientheorie bietet die Möglichkeit, das Politische im Formalen des Stückes zum Ausdruck zu bringen, es gleichsam in die Form hinein zu komponieren.
Wer dazu neigt, Forschung mit dem vom Autor des »Faust« auch in dieser Hinsicht prototypisch angelegten Famulus Wagner als unentwegtes Vorantreiben eines gegebenen Wissensstandes und damit als stetigen Fortschritt zu verstehen, der kann hier beim Lesen der pointiert und ebenso gescheit wie temperamentvoll diskutierten Forschungsreferate ein blaues Wunder erleben. Zu attestieren ist weitgehend Ratlosigkeit und Unverständnis einer langen Reihe von Interpreten gegenüber dem Stück.
Der politische Wirkungsansatz des Stückes enthüllt sich erst nach dem Vorhang, indem der Zuschauer Abscheu und Widerstand gegen ein gesellschaftliches System entwickelt, das nicht nur als verantwortlich für den Tod Emilias erkannt wird, sondern auch die Autonomie des bürgerlichen Zuschauers bedroht.
 

Michael Lissek. »Lass uns immer aufbrechen und niemals ankommen«. Hans Jürgen von der Wenses Werk (1914-1966). 352 Seiten. 30 Abb. Broschur. 30,— EURO [D]. Diss. (summa)
»Mit Wense ist eine alles überragende Persönlichkeit in unseren Kreis eingetreten. Sein Bildungs- und Interessenniveau übersteigt das aller anderen. Die eruptiv visionäre Kraft seiner künstlerischen Kundgebungen hebt ihn fast einzelgängerisch von allen ab.« (Hermann Scherchen)
»Wense, ein Feuerkopf. [...] Inmitten von Katastrophen wechseln die Perspektiven und auch die Positionen wie bei einem Erdbeben oft über Nacht.« (Ernst Jünger in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
»Jedem Vernünftigen [ist] klar, daß man eine 37 Jahre lange Lebensarbeit, die über 300 Sprachen und Völker in noch nie betretene Räume und Hochebenen des Geistes vordringt, nicht auf Literatenmanier spornstreichs fix und fertig ›machen‹ kann voller Fehler und Halbheiten u Lügen, wenns nur schnell da ist, daß der Verleger sein Scherflein dabei heraushat, ehe es morgen wieder Makulatur ist und abgetan und vergessen wie die Zeitung von gestern. Ich schreibe nicht fürs Klo, sondern für die ewigkeit, oder ich schreibe nichts!« (Hans Jürgen von der Wense. 1957)
So ruhen auch heute noch über 40.000 Blatt an unveröffentlichten Manuskripten von enormer sprachlicher Gewalt in einem privat geführten Archiv in der Nähe von Freiburg. Michael Lissek unternimmt in seinem Buch den atemberaubenden und geglückten Versuch, dieses einmalige Werk zum ersten Mal vollständig zu kartographieren.
Aus dem Inhalt: Wense, Jean Paul und der Futurismus — Chinesischer Maurer. Wenses Übertragungen — Wense sucht das Weite und (er)findet die Mittelgebirge: Das »Wanderbuch« — Das Geschäft der Weltbeglückung und das Glück der Welt. Wense und der Nationalsozialismus — Wense und die Frage der Publizität — Resonanzräume des Werkes. Wenses Briefe — Die Welt neu buchstabieren. Das »All-Buch« — Katalog des Nachlasses.
 
Shaban Mayanja. »Pthwoh! Geschichte bleibe ein Zwerg, während ich wachse!«. Untersuchungen zum Problem der Übersetzung afrikanischer Literatur ins Deutsche. Über Chinua Achebe, Aniceti Kitereza, Ken Saro-Wiwa, Ngugi wa Thiong’o, Amos Tutuola u. Timothy Wangusa. 256 Seiten. Broschur. 35,50 EURO [D]. ISBN 3.927715.25.5 (1999; Diss.; = Schriftstücke 9)
Grundlegend für die vorliegende Arbeit war die Überlegung, daß eine erfolgreiche Literaturübersetzung letztendlich in eine Kulturübersetzung münden muß; Kenntnisse über die Kulturen und Gesellschaften der beteiligten Sprachen also in den Mittelpunkt des translatorischen Handelns zu stellen sind.
Eine besondere Rolle in den Überlegungen spielt der dritte Text. Gemeint ist damit, daß neben einem in einer europäischen Sprache geschriebenen afrikanischen Text (1) und dem in eine andere europäische Sprache übersetzten Text (2) ein weiterer Text in einer afrikanischen Sprache besteht, der ersteren chronologisch gesehen vorausgegangen ist. Dieser dritte Text ist allerdings nicht schriftlich fixiert, sondern ›implizit‹ vorhanden. Afrikanische Lebenswelten werden in afrikanischen Sprachen erlebt und drücken sich in der Regel durch diese aus.
Den dritten Text zu dekodieren und ihn in seinen Besonderheiten treffend im Deutschen wiederzugeben, ist nicht allein mit Sprachkompetenz zu bewältigen, sondern vielmehr durch Kulturkompetenz. Diese Dimension wird in Abgrenzung gegen eine rein philologische Übersetzungsanalyse anhand ausgewählter afrikanischer Texte exemplarisch dargestellt.
 
Jean Pascal Nga. Wortbildung im Deutschen und im Ewondo (Kamerun). Analogien und Kontraste zwischen Ausgangs- und Zielsprache. Unter besonderer Berücksichtigung der Morphologien und semantischen Kriterien. 156 Seiten. Broschur. 30,50 EURO [D]. ISBN 3.927715.96.4. (1999; Diss.)
Aus dem Inhalt: Entstehung des Themas — Zielsetzung — Die Problematik — Das methodische Verfahren — Zur Abgrenzung des Themas — Definition von angewandten Begriffen. Sprachenvergleich: Wortbildung im Deutschen und im Ewondo. Kapitel I: Wortbildung des Substantivs — Kapitel II: Wortbildung des Adjektivs — Kapitel III: Wortbildung des Verbs. Bilanzierung. Wortbildungsregeln — Schlußbetrachtung — Literaturverzeichnis.
 

Heiko Postma. Gute Nacht, Goethe! Friedrich Theodor Vischer und sein »Faust III«. Für die Goethe Gesellschaft Hannover hrsg. v. Peter Meuer. 80 Seiten. Broschur. Kl.-80. 8,— EURO [D]. ISBN 3.934818.30.7.* (2001)
 
Jens Runkehl / Torsten Siever. Das Zitat im Internet. Ein Electronic Style Guide zum Publizieren, Bibliografieren und Zitieren (Handbuch). Beilage: Short Guide zum Herausnehmen. 128 Seiten. 3. korr. Auflage 2001. Broschur. 13,50 EURO [D]. ISBN 3.927715.83.2.
Das Internet ist zitierbar: Mit dieser Neuerscheinung wird die digitale Bibliothek des WWW nutzbar.
Erster Electronic Style Guide Deutschlands!
Sie wollen selbst Texte im globalen Netz zur Verfügung stellen? Oder sie wollen Dokumente aus dem Web zitieren? Doch wie können Dokumente überhaupt zuverlässig gefunden werden? Was passiert, wenn Daten verschoben oder gelöscht werden? Der erste Electronic Style Guide für Deutschland geht diesen Fragen auf den Grund:
1. »Das Zitat im Internet« ist ein praxisorientierter Leitfaden, der das Zitieren und Veröffentlichen von Online Dokumenten, Web Seiten, Emails, News, Chats u.a. aufzeigt 2. Ein Short Guide zum Herausnehmen enthält die wichtigsten Informationen auf einen Blick.
Im Gegensatz zu den ebenfalls dargestellten internationalen Style Guides und Normen wird das Zitieren hier nicht isoliert betrachtet: Ein Zitat und dessen Aufnahme in ein Literaturverzeichnis ist davon abhängig, in welchem Datenformat die Veröffentlichung vorliegt. Hierzu gibt der Band Empfehlungen: Welche formalen Gesichtspunkte sind zu erfüllen? Und: Welches Datenformat ist für die jeweilige Textsorte das geeignetste?
Der theoretisch Interessierte wird in einem zweiten Teil über den Stand des elektronischen Publizierens und grundlegender bibliothekarischer Ansätze informiert. Hierzu gehören nicht nur Themen wie Metadaten, Verschlagwortung, Retrieval und Copyright. Auch die Vorteile der digitalen Bibliothek werden dargestellt, die rund um die Uhr geöffnet hat, keine ausgeliehenen Bücher kennt und kaum Kosten verursacht. Die virtuelle Welt hat aber auch ihre Haken: Wenn der Autor zum Verleger wird, sorgt kein professioneller Verlag für Qualität. Keine Bibliothek garantiert die langfristige Verfügbarkeit von Schriften, und Bücher haben dann mitunter keine Seitenzahlen – kein Anfang und kein Ende.
Im Hinblick auf den mittlerweile weit über 2 Mrd. Seiten umfassenden ›Bestand‹ der digitalen Bibliothek Internet schließt diese Neuerscheinung eine immer größer werdende Lücke in der Arbeit mit Online Texten.
Eine zum Buch aufgeschaltete Website bietet Beispiele, Musterpublikationen u.a.:
http://www.mediensprache.net/

Reihe Schriftstücke, hrsg. v. Leo Kreutzer und Jürgen Peters, s. Andere Blicke, W. Beller, C. F. v. Blanckenburg, E. O. Dunu, S. Mayanja und U. Tieck sowie die Seite »Literatur« auf der Revonnahhomepage unter Herzog Anton Ulrich und Zacharias Werner
 

Alexander Stulpe. Novalis‘ Poesie des Nihilismus. Ästhetik und Politik in der Frühromantik. 120 Seiten. Broschur. 20,— EURO [D]. ISBN 3.934818.34.X (2001)
»Eine feinsinnige Studie, in der – exemplarisch für die Frühromantik – die Auflösung von Politik in Kunst bei Novalis werkgenetisch und werkimmanent nachgezeichnet wird. Die Untersuchung ist selbst zu einem kleinen Kunstwerk geworden, in sieben Kapiteln geradezu ästhetisch komponiert. Dabei ist die Arbeit alles andere als glatt, sie provoziert und fordert zum Nachdenken heraus, wo sie das scheinbar Selbstverständliche in Frage stellt.« (Gerhard Göhler, Berlin)
»Die Studie verbindet in ihrer sozialwissenschaftlichen Perspektive hermeneutische Gewissenhaftigkeit mit gesellschaftstheoretischer Informiertheit. Ein wesentlicher modernitäts-diagnostischer Ertrag ist das Verständnis der Europa-Rede des Novalis als eines Textes, der keineswegs, wie es seine Oberfläche vermuten läßt, eine rückwärtsgewandt konservative Utopie propagiert, sondern Programmelemente einer stets, aber nur momentan möglichen Utopie der ›immanenten Transzendenz‹ in der poetischen Kommunikation moderner, d.h. von aller metaphysischen Sinnstiftung entbundener – ›exklusiver‹ – Individualität formuliert – und damit auf Nietzsches ›Übermenschen‹ als das welterzeugende ›Kind‹ vorausweist, das den Nihilismus überwindet, indem es seine Erfahrung akzeptiert.« (Arnhelm Neusüss, Berlin)
 
Ursula Tieck. Nationalsozialistische und sozialistische Schule in Uwe Johnson »Jahrestagen«. 64 Seiten. 11 Abb. Broschur. 12,50 EURO [D]. ISBN 3.927715.55.7 (1998; = Schriftstücke 5)
»Es ist der Umstand, daß die meisten von uns die lebendigsten Stunden ihrer Tage an Arbeit wenden müssen. Allerdings ist dies nicht berücksichtigt in der Lehre vom Schönen, und nichts als eine Tatsache. [...] Uns muß vorgeführt werden, was die Arbeit einem antut, was er dafür bekommt und was andere dafür kriegen.« (Uwe Johnson)
Im Laufe des Erzählens der »Jahrestage« baut Johnson eine weitgespannte Fläche auf, die aus Beziehungsgeflechten besteht. Manchmal handelt es sich um die Beziehungen innerhalb kleiner Gruppen: Familie, Freundschaften. Nachbarschaften. Es tauchen aber auch große Gruppierungen auf: staatliche Institutionen, Parteien, Kirchen.
Das Material über die ›braune‹ und die ›rote‹ Schule wurde herausgegriffen, um Johnsons Darstellung von der Beeinflußung und Erziehung der nachwachsenden Generation zu zeigen.
 

Welfengarten. Jahrbuch für Essayismus. Hrsg. v. Leo Kreutzer u. Jürgen Peters. Ab 2003: Deutsch-afrikanisches Jahrbuch für interkulturelles Denken, herausgegeben von Leo Kreutzer und David Simo (Yaoundé/Kamerun). Broschur. 13,50 EURO [D]. Abo 10,— EURO [D]. ISSN 0941.5416. Erscheint jährlich. Bände 1/1990 u. 2/1992 vergriffen; 3/1993: 180 Seiten; 4/1994: 176 Seiten; 5/1995: 180 Seiten; 6/1996: 230 Seiten; 7/1997: 208 Seiten; 8/1998: 208 Seiten; 9/1999: 208 Seiten; 10/2000: 208 Seiten; 11/2001: 208 Seiten. (12)2003: 200 Seiten. (13)2004: 212 Seiten; 14(2005): 240 Seiten.
Über Classicisme und Klassik, E.T.A. Hoffmanns Goldnen Topf, Rahel Varnhagen, Romantik, Schillers »Maria Stuart«, Herder Caroline Flachsland und die »Minna von Barnhelm«, die »Gruppe 94 oder Die Rolle der Naturwissenschaft für die Entstehung der Weimarer Klassik«, »Werthers Echte Leiden«, den Romantheoretiker Blanckenburg, Casanova in London, Cornelia Goethe als Leserin zeitgenössischer Briefromane, August v. Humboldt, Annette v. Droste-Hülshoff zum 200. Geburtstag, Kleists »Michael Kohlhaas« in Unterrichtsversuchen an den Universitäten Lomé und Cotonou, Grimmelshausen, Achim von Arnim, die »Insel Felsenburg«, Die »lieben Afrikaner in deutschen Filmen der NS Zeit«, Herders Konzept kultureller Identität und sozialer Entwicklung, Emilia Galotti – ein klassischer Fall sexueller Nötigung, Georg Forsters Essays, Forsters »Reise um die Welt«, Forsters und Kants Auseinandersetzung über die Menschenrassen, Bobrowskis letztes Hölderlin Gedicht; zahlreiche Beiträge zu Goethe u.v.m.